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Nein...Doch...Ooh...

1950 In Gewissen Nächten (DDR)

(Französischer Titel: Boniface Somnambule)


Inhaltsangabe:

Was ein Warenhaus-Kriminalist tagtäglich so erlebt, das ist der Leinwand würdig, mehr aber noch, was ihm Nachts passiert, wenn er - schlafwandelnd über Dächer in Gemächer steigt und weder seiner Sinne mächtig, noch seiner Finger sicher ist…..

Also - Bonifaz, dieses Unikum von Detektiv, genießt ganz selbstverständlich das vollste Vertrauen seines Chefs, des Warenhausbesitzers Berthes. Köstlich wie er seine kleptomanisch leicht angeknackte Opfer auf dem Bildschirm seines Geheim-Kabinetts verfolgt und mit genießerischer Gelassenheit wieder „ausnimmt“ - eben, weil dieser komische Bildschirm sämtliche Verkaufstische beäugt! Das sind wenigstens Methoden! Sowa gab`s bisher noch nicht! Aber wie jeder Mensch, so hat auch Bonifaz seine Schwächen (siehe oben) und seine Feinde. Feind Nr. 1 ist die Direktrice Thomas, ein angenehm fülliges Fräulein von ausgesprochen scharfem Verstand. Ihr schwant mit jenem Instinkt, der alles Weibliche auszeichnet, daß es an diesem Kriminalisten selbst liegen müsse, wenn des Nachts immer wieder Juwelen aus den Glasschränken verschwinden. Auch Chef Berthes kratzt sich die Glatze; so fabelhaft wie dieser Bonifaz am Tage funktioniert, so rätselhaft regelmäßig versagt er in der Nacht! Nun - wir werden bald sehen, daß alle Wunder ihre Erklärung haben. Bonifaz schlafwandelt nämlich – immer dann, wenn der Vollmond scheint. Und wenn er auch mit keiner Frau buhlt, denn so sattelfest ist er moralisch, somnambulen, das tut er höchst gründlich, auch in den intimsten Kemenaten bis mitten rein ins frischbezogene Ehebett anderer Leute. Die Dächer, Schornsteine und - Katzen von Paris sind seine geduldigen Zeugen. Und merkwürdig: Somnambule haben offenbar in all ihrer „abgrundtiefen“ Verschlafenheit noch ihr besonderes Hobby: bei Bonifaz ist es das Warenhaus, die Stätte seiner Taten; und was am Tage kein Langfinger fertiggebracht hat, das besorgt er nun umso griffgewandter: die schönsten Perlen und Brillanten wandern in die Taschen seines Pyjamas und von dort höchst automatisch in die weißen Schuhkartons auf dem Kleiderschrank seines Hotels, während die Wand-Trophäen seiner detektivischen Erfolge mit zynisch verborgener Ironie auf dieses nächtliche Gebaren schauen…..Bonifaz verfällt auf die schrecklichsten Tricks, um die nächtlichen Diebe zu packen. Aber Schlafwandler behütet Gott Morpheus mit besonderer Liebe: streut Bonifaz seine Pülverchen, um die Spuren des Einbrechers verfolgen zu können, dann holt er sich seine Perlen bestimmt vom Deckengerüst aus mit der Angel; hat er den gefährdeten Schaukasten mit einer automatisch eingeschalteten Chloroform-Anlage verbunden, ist es bestimmt nicht er, sondern der eigene Chef, der vergast wird - und oh Pech - Mademoiselle Thomas dazu. Bei seinen nächtlichen Klettereien, die eine nachgerade haarsträubende Sicherheit verraten, wird der Herr Detektiv pechöserweise von einer Gangsterbande beobachtet. Man mogelt ihm einen falschen Kellner in das Apartement seines Hotels; den richtigen entführt man einfach. In der entscheidenden Nacht fällt es Bonifaz gar nicht ein, programmgemäß einzuschlummern. Der falsche „Ober“ hat sein Mittel, schlicht und natürlich ohne Pillen…..Kurz: Bonifaz klettert los, kilometerweit, diesmal aber nicht in Richtung Warenhaus, sondern zum Grandhotel, wo er unbewusst die schicke Chansonette Stella aufzuspüren hofft, der er - am Tage höchst bewusst - den Hof macht. Tatsächlich erwischt er die Entzückende auch, aber bleibt selbst - eben - allerlei schuldig, was der Sache mit Stella eine mehr als ärgerliche Wendung gibt. Beim nächsten mal dann schlafwandelt Bonifaz richtig dem Warenhaus zu – die Bande frohlockt bereits, denn sie braucht ja nur hinterher zu klettern – da ändert dieses Nachtgespenst von Detektiv seine geheimnisvolle Marschroute und landet im Bett einer ebenso hübschen wie leider sehr zimperlichen jungen Frau, deren wildgewordener Ehemann gleich per Jagdgewehr für die sehr plötzliche Erweckung des Mondtrabanten sorgt.

Bonifaz kommt nun sich selbst doch langsam auf die Spur; die Sache erschüttert sein Gemüt, und ein Kollege verhilft ihm vollends zur Selbsterkenntnis. Da auch noch der richtige Zimmerkellner für Aufklärung sorgt - eine interessante Aufklärung, die nicht mehr oder weniger als einen fetten Fang verheißt -, begibt sich unser stets sehr ambitiöser Detektiv gleich weiter auf die Dächer, diesmal aber, um die Gangster hereinzulegen. Auf einer Leiter, die zwischen zwei wahren Wolkenkratzern eine schauerlich tiefe Kluft überbrückt und den Ganoven zum Einbruch ins Warenhaus verhelfen soll, kommt es zu einem – für die Lachmuskeln gefährlichen Handgemenge; Bonifaz Fernandel zeigt sich aber gewandt wie ein Schlangenmensch aus dem Zirkus, er bekommt es fertig, die Bande auf einem Dach zu isolieren, und intoniert mit Hilfe des zwischen den hochemporgeschossenen Schornsteinen besonders irritierenden Echos das Konzert einer wahren Mitrailleuse – ein Dutzend Polizisten scheinen auf die Verbrecher zu schießen (…in Wirklichkeit zerteppert Bonifaz kurzentschlossen sämtliche Birnen der Reklamebeleuchtung des Daches), und die Bande gibt sich tatsächlich in all dem Getöse geschlagen…..

Jahre später nimmt kein Mensch mehr in Paris daran Anstoß, daß ein gewisser Bonifaz die Dächer unsicher macht, im Gegenteil: mit der unvermeidlichen Melone auf dem Kopf und dem Pyjama am Leibe ist Bonifaz zum „Vorturner“ seiner zahlreichen Sprößlinge geworden, die ihm auf seinen nächtlichen Touren wie die Orgelpfeifen folgen - fürwahr eine Attraktion, zugleich auch eine Demonstration altbewährten Familienzusammenhalts, wie er sich für Bonifaz-Fernandel von selbst versteht.

Stab und Besetzung:

Regie: Maurice Labro

Drehbuch: Gerard Carlier

Kamera: Pierre Levent

Bauten: Paul-Louis Boutie

Produktionsleitung: Roger De Brion

Fernandel als Bonifaz, Hausdetektiv

Gaby Andreu als Stella, Chansonette

Raoul Marco als M. Berthes, Warenhausbesitzer

Mathilde Casadeus als Fräulein Thomas

Andrex, Yves Deniaud, Michel Ardan als Die 3 Gangster

Louis de Funes als Anatole, misstrauischer Ehemann

Illustrierte Film Bühne Nummer 1491

Progress Filmillustrierte Nummer 30/56

Sammelkarte

4 Kinoaushangfotos (unvollständiger Satz)

Werberatschlag

DVD Auswertung:

Label: René Chateau DVD, Laufzeit: 86:38 min., s/w

Die Fotogalerie dazu, findet ihr unter dem französischen Titel "Boniface Somnambule".